So arbeite ich

Was steckt dahinter?

KI kann sehr viel abnehmen. Entscheidend ist, was Sie abgeben, wo Sie sich anregen lassen und was Sie selbst behalten. Darauf baut jeder meiner Workshops auf. Hier steht, wie das aussieht und worauf es sich stützt. Lesen Sie so weit, wie es Sie interessiert.

Die Leitfrage

„Wo lasse ich mir Arbeit abnehmen – und wo das Denken?“

Abgeben

KI macht – wir prüfen

Erstfassungen, Zusammenfassungen, Übersetzungen, Vorarbeit für die Recherche.

Anregen lassen

KI fragt – wir denken

Gegenpositionen, blinde Flecken, der Blick der Zielgruppe, Varianten.

Behalten

wir urteilen – wir verantworten

Urteil, Haltung, Beziehung, Verantwortung.

Eigenes Denkmodell, gestützt auf die Forschung weiter unten. Auf der Startseite können Sie es an Beispielen ausprobieren.

In 20 Sekunden

Dieselbe Aufgabe. Eine andere Linie.

Ein Sachbericht ans Land: Für die erfahrene Kollegin darf die KI die Erstfassung schreiben. Für den Berufseinsteiger wandert genau dieser Schritt in die Spalte „Behalten“, weil er ihn selbst lernen muss.

Ohne Ton. Läuft, sobald Sie hinscrollen.

Vier Grundsätze

Was ich in jedem Workshop zeige

Die Linie läuft mitten durch die Aufgabe.

Es gibt keine „KI-Aufgaben“ und „Menschen-Aufgaben“. Ein Sachbericht ans Land enthält alles: Die Erstfassung kann die KI schreiben. Sie kann fragen, was ein Fördergeber kritisch lesen würde. Ob die Zahlen stimmen und was ehrlich benannt wird, bleibt bei Ihnen.

Was das für Sie heißt

Wir zerlegen Ihre echten Aufgaben in Schritte und ziehen die Linie dort, wo sie für Ihr Haus passt.

Wer lernt, gibt anders ab als wer es schon kann.

Für die erfahrene Kollegin ist der Bericht Routine, für den Berufseinsteiger ist er Lernen. Dasselbe Werkzeug wirkt je nach Nutzung ganz anders.

Warum das wirkt

In einem Feldexperiment mit knapp 1.000 Schüler:innen half eine KI, die fertige Lösungen lieferte, beim Üben. Ohne KI schnitten dieselben Schüler:innen danach um 17 % schlechter ab. Eine KI als Tutor, die nur Hinweise gab, hatte diesen Effekt nicht.

Bastani et al., PNAS 2025

Prüfen braucht Können.

Je besser die KI, desto größer die Versuchung, nicht mehr hinzusehen. Und desto seltener übt man genau das, was man zum Prüfen braucht. Wer heute Einsteiger:innen alles von der KI machen lässt, hat in fünf Jahren niemanden mehr, der prüfen kann. KI-Einsatz ist deshalb auch Personalentwicklung.

Warum das wirkt

Die „Ironie der Automatisierung“ ist seit 1983 aus der Industrie bekannt. In der Medizin zeigt sie sich heute so: Ärzt:innen, die bei der Darmspiegelung an KI-Hilfe gewöhnt waren, erkannten ohne KI seltener Auffälligkeiten (22,4 % statt 28,4 %).

Bainbridge, Automatica 1983 · Budzyń et al., Lancet Gastroenterology & Hepatology 2025

Regeln, die man im Alltag versteht.

Ein Verbot hält niemand ein, eine Seite Juristendeutsch liest niemand. Was hilft: wenige Regeln, die jede:r im Kopf hat. Die Datenampel ist so eine Regel. Grün ist Öffentliches, Gelb Internes ohne Personen, Rot alles mit Personen.

Warum das zählt

Seit Februar 2025 verlangt der EU AI Act (Artikel 4), dass Organisationen für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Leute sorgen. Und Daten gelten erst als anonym, wenn man niemanden mehr erkennen kann. Namen weglassen reicht oft nicht.

KI-Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 4 · DSGVO, Erwägungsgrund 26

Im Raum

So läuft ein Workshop ab

  1. Ankommen

    Anonyme Abstimmung am Handy: Wo stehen wir, was macht uns Sorgen? Niemand muss sich outen.

  2. Linie ziehen

    An Ihren eigenen Aufgaben: Was geben wir ab, wo lassen wir uns anregen, was behalten wir?

  3. Ausprobieren

    Alle arbeiten selbst, mit erfundenen Beispieldaten. Ich rede höchstens ein Drittel der Zeit.

  4. Mitnehmen

    Ein Entwurf Ihrer Leitlinie, die Datenampel und ein Ablauf für die nächste Teamsitzung.

Zum Mitnehmen

Drei Prüffragen, bevor Sie etwas abgeben

  1. Brauchen wir dieses Können, um das Ergebnis zu prüfen, heute oder in fünf Jahren?Dann nicht ganz abgeben. Wer es lernen muss, macht es zuerst selbst und nutzt die KI als Sparringpartner.
  2. Ist das Denken selbst der Zweck?Lernen, verstehen, eine Haltung entwickeln, eine Beziehung pflegen: Dann anregen lassen oder behalten.
  3. Wer steht dafür gerade?Vor Teilnehmenden, Fördergebern, der Öffentlichkeit. Dort bleibt das Urteil, auch wenn der Entwurf von der KI kommt.

Zweimal „nein“ und die Verantwortung geklärt? Dann abgeben, mit Prüfschritt.

Ehrlich zur Beweislage

Was die Forschung sagt, und was nicht

Auslagern ist menschlich. Schrift, Notizbuch und Taschenrechner sind auch Auslagerung. Die Studien sprechen nicht gegen KI, sondern für bewusste Entscheidungen. Schlagworte wie „KI macht dumm“ gehen über die Daten hinaus. Der gemeinsame Nenner: Es kommt darauf an, wie man KI nutzt, nicht ob.

Gut belegt (begutachtete Studien)
  • Bastani et al. (2025): Generative AI without guardrails can harm learning. PNAS 122(26). Feldexperiment, knapp 1.000 Schüler:innen.
  • Kestin, Miller et al. (2025): AI tutoring outperforms in-class active learning. Scientific Reports 15. Gut gestaltete KI-Tutoren können Lernen fördern.
  • Lee et al. (2025): The Impact of Generative AI on Critical Thinking. CHI 2025. Befragung von 319 Wissensarbeiter:innen.
  • Budzyń et al. (2025): Lancet Gastroenterology & Hepatology. Beobachtungsstudie.
  • Doshi & Hauser (2024): Science Advances 10(28). KI steigert die Kreativität Einzelner, macht die Ergebnisse aller aber ähnlicher.
  • Chiang et al. (2024): KI als „Advocatus Diaboli“ verbessert Gruppenentscheidungen. IUI 2024.
  • Risko & Gilbert (2016): Cognitive Offloading. Trends in Cognitive Sciences 20(9). Auslagern ist normal und oft klug.
  • Bainbridge (1983): Ironies of Automation. Automatica 19(6).
Noch vorläufig (Preprints, Arbeitspapiere)
  • Shen & Tamkin (Anthropic, 2026): How AI Impacts Skill Formation. 52 Personen. Wer mitdachte, lernte trotz KI-Hilfe.
  • Liu et al. (2026): AI Assistance Reduces Persistence. 1.222 Personen, aber kurze Aufgaben.
  • Shaw & Nave (Wharton, 2026): „Cognitive surrender“. Die Fehler waren gezielt eingebaut.
  • Dell'Acqua (Harvard Business School): Recruiter mit besserer KI arbeiteten nachlässiger.
  • Kosmyna et al. (MIT Media Lab, 2025): Your Brain on ChatGPT. 54 Personen.
Nur Zusammenhänge, keine Ursachen
  • Gerlich (2025): AI Tools in Society. Societies 15(1). Befragung, 666 Personen.
Rahmen für Bildung und Recht
  • OECD (2026): Digital Education Outlook 2026. Erledigen ist nicht Lernen. Ohne didaktische Gestaltung steigert KI vor allem den Output.
  • KI-Verordnung (EU) 2024/1689, Artikel 4: KI-Kompetenz, gilt seit 2. Februar 2025.
  • DSGVO, Erwägungsgrund 26: wann Daten als anonym gelten.

Das Modell zum Selbsttest und Anleitungen fürs Anregenlassen: Die Leitfrage auf der Mitmach-Seite →

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